DIE WELT: Kürzlich sorgte Wikileaks mit dem Video von getöteten Irakern für große Aufmerksamkeit. Haben Sie diese Reaktion erwartet?
Daniel Schmitt: Natürlich haben wir Reaktionen in den Medien erwartet. Aber diese Geschichte hat eine unvorstellbare Brisanz bekommen. In den ersten 72 Stunden wurde das Video auf YouTube 4,5 Millionen Mal aufgerufen. Wir haben 3500 Presseanfragen bekommen. Das war wirklich unglaublich.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest
DIE WELT: Ist Wikileaks besser als die klassischen Medien?
Schmitt: Wir machen etwas anderes als die klassischen Medien. Wir sind sehr spezialisiert. Wir publizieren Quellenmaterial und stellen sicher, dass dieses Quellenmaterial nicht angegriffen werden kann. Dadurch sind wir, was diesen Teil betrifft, sicherlich besser als die klassischen Medien. Aber wir verstehen uns eher als Ergänzung dazu und nicht als Konkurrenz.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest
DIE WELT: Wie organisieren Sie Ihre Arbeit?
Schmitt: Das ist sehr kompliziert. Wir haben ein sehr elaboriertes technisches System, das die Verteilung der Arbeit koordiniert. Allerdings steckt das immer noch in den Kinderschuhen, und wir arbeiten im Moment daran, es stärker für die Freiwilligen zu öffnen. So können wir den Prozess der Verifizierung von Quellen transparenter machen.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest
DIE WELT: Wie können Sie sicherstellen, dass die Freiwilligen zuverlässig sind?
Schmitt: Das sind Erfahrungswerte. Man kann auch die Arbeit jedes Einzelnen überprüfen. Wenn ich Zweifel habe, dass sie gute Arbeit leisten, kann ich ihnen etwas geben, woran ich messen kann, wie zuverlässig das Ergebnis ist. Im Zweifel kann ich diesen Prozess wiederholen, um sicher zu sein, dass die Ergebnisse akkurat sind, und so Vertrauen aufbauen.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest
DIE WELT: Wie lange dauert die Verifizierung?
Schmitt: Sehr unterschiedlich. Manchmal erledigt sich das mit einem Telefonanruf. Manchmal dauert es Wochen und Monate.
DIE WELT: Wie sieht es mit Fälschungen aus?
Schmitt: Wir bekommen einige gefälschte Dokumente. Wenn die Fälschung gut ist und wir Grund haben, zu glauben, dass jemand anderer darauf reinfällt, dann veröffentlichen wir sie. Aber dann deklarieren wir sie auch erkennbar als Fälschung. Wir tun es, um sicherzustellen, dass andere Medien sie nicht für bare Münze nehmen.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest
DIE WELT: Können Sie ein Beispiel nennen?
Schmitt: Es gibt diesen oft falsch zitierten HIV-Test von Apple-Chef Steve Jobs. Der wurde sogar an der New Yorker Börse platziert, um den Apple-Kurs zu beeinflussen. Das war relativ gut gemacht. Wir haben es als Fake geoutet. Uns wird oft vorgeworfen, dass man sehr genau schauen muss, um den Hinweis zu finden, dass es eine Fälschung ist. Aber es gibt eine eigene Seite zu jedem Dokument – es ist wichtig, dass man sich diese Fakten anschaut.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest
DIE WELT: Fühlen Sie sich in Gefahr?
Schmitt: Ich fühle mich persönlich nicht in Gefahr, aber für unsere Informanten kann es oft gefährlich sein. Für uns ist das ein sehr wichtiger Aspekt und wir sind stolz darauf, dass bis jetzt keine unserer Quellen aufgedeckt wurde.hiv heimtest, hiv selbsttest, hiv schnelltest